Das Cover des SuchtMagazin Nr. 1/2026: Drei Personen stehen hinter einem Billardtisch in einem hellen Raum mit Holzvertäfelung

SuchtMagazin Nr. 1/2026

Suchtfach­personen im Fokus

SuchtMagazin Nr. 1/2026
Suchtfach­personen im Fokus

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Was motiviert Suchtfachpersonen ihren Beruf auszuüben? Wie verändert die KI die Rolle der Beratung durch Fachpersonen? Und wie steht es um das Wohlbefinden der Suchtfachpersonen als Berufsgruppe? Die Ausgabe 1/2026 des SuchtMagazin rückt die Fachpersonen der Suchtarbeit in den Mittelpunkt und bietet Orientierung, Denkanstösse und verleiht der Vielfalt professioneller Suchtarbeit ein Gesicht – fachlich fundiert und persönlich durch die Fotoporträts von 13 Suchtfachpersonen.

Artikel in dieser Ausgabe

Wenn Beziehungsarbeit belastet: Gesundheit und Selbstfürsorge von Suchtfachpersonen

Suchtfachkräfte arbeiten unter zunehmend belastenden Bedingungen, darunter finanzielle Unsicherheiten, komplexere Problemlagen und emotionale Stressfaktoren wie Mitgefühlsermüdung. Die Befragung der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt zeigt eine starke emotionale Beanspruchung und einen ausgeprägten Grad beruflicher Erschöpfung in dieser Berufsgruppe. Um langfristig gesund und handlungsfähig zu bleiben, müssen strukturelle Massnahmen mit aktiver Selbstfürsorge verbunden werden – nur so lassen sich sowohl die Gesundheit der Fachkräfte als auch die Qualität der Suchthilfe nachhaltig sichern.

«Suchtarbeit braucht Zeit – und eine Gesellschaft, die hinschaut»

Fachpersonen in der Suchthilfe arbeiten an einer gesellschaftlichen Bruchstelle. Sie begleiten Menschen mit komplexen Lebensgeschichten, tragen hohe fachliche und emotionale Verantwortung – und kämpfen gleichzeitig mit strukturellen Engpässen, Stigmatisierung und politischem Rechtfertigungsdruck. Zwei leitende Fachpersonen sprechen über Motivation, Belastung und notwendige Veränderungen.

Warum Sprache Beziehung schafft

Suchtmittelabhängigkeit gilt heute weitgehend als Erkrankung, dennoch hält sich eine moralische Bewertung hartnäckig. Sensationsorientierte Darstellungen verstärken Stereotype und entwerten Betroffene. Der Fokus auf das Pathologische in unserem Gegenüber schafft eine emotionale Distanz, entwürdigt und entmenschlicht. Ein nicht bewertender, akzeptierender und personenzentrierter Sprachstil öffnet Raum für Kooperation und Partizipation. Ein stigmafreier Zugang ist somit ein zentraler Wirkfaktor jeder Beratung und Therapie.

Kommunikation mit Künstlicher Intelligenz: Wer spricht hier mit wem?

Die Kommunikation mit Künstlicher Intelligenz (KI) ist für viele Ratsuchende längst Teil ihres Alltags. Chatbots beantworten Fragen, strukturieren Probleme und erzeugen kommunikative Anschlussfähigkeit. Obwohl dabei weder ein Gespräch noch eine Beratung im eigentlichen Sinn stattfindet, wird diese künstliche Kommunikation häufig als Beratung erlebt. Daraus ergeben sich drei Herausforderungen: Reicht das bisherige Beratungsvokabular, um diese Kommunikation zu beschreiben? Worin unterscheidet sie sich grundlegend von menschlicher Beratung? Und welche neue Rolle erwächst daraus für professionelle Beratende?

Zur Leseprobe

Selbstbestimmung in der Suchtarbeit: zwischen Autonomie, Glück und Verbundenheit

Anhand der Grundwerte Menschenwürde/Freiheit/Autonomie, Glück und Verbundenheit werden problematische wie hilfreiche Arbeitsprinzipien der Suchtarbeit analysiert. Ziel ist es, aus einer ethischen Perspektive Orientierung für professionelles Handeln zu geben. Eingeschränkte Selbstbestimmung wird dabei weder negiert noch absolut gesetzt, sondern als Paradoxie ernst genommen und reflektiert bearbeitet.

Wie Jugendliche in Genf geldspielbezogenen Reizen ausgesetzt sind

Glücks- und Geldspiele gehören heute zum Alltag junger Menschen. Ob auf der Strasse, in Geschäften oder in sozialen Medien – direkte oder indirekte Hinweise auf das Glücksspiel halten in ihre Umgebung Einzug, oft in banalisierter Form. Eine in Genf durchgeführte explorative Studie hat erstmals alle diese «Stimuli» dokumentiert, also jede Form der Erwähnung, die die Aufmerksamkeit auf Geldspiele lenken kann. Die Ergebnisse zeigen eine ausgeprägte Präsenz solcher Reize, insbesondere online. Im Gegensatz sind Sensibilisierungsbotschaften fast nicht präsent.

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