Das Cover des SuchtMagazin Nr. 3/2026: zwei Hände ruhend auf einem Bein vor dunklem Untergrund

SuchtMagazin Nr. 3/2026

Suchtthera-
pie
im Wandel

SuchtMagazin Nr. 3/2026
Suchtthera-
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im Wandel

Medium*
CHF 22.00

Wie verändert sich Suchttherapie, wenn sie näher am Alltag und an den Zielen der Betroffenen ansetzt? Welche Rolle spielen Recovery, Beteiligung und zieloffene Behandlung? Und wie lassen sich neue Ansätze wie KI, Psychedelika-assistierte Therapien oder flexible Settings verantwortungsvoll nutzen? Die Ausgabe 3/2026 des SuchtMagazin beleuchtet Suchttherapie im Wandel – als lebensnahe, fachlich reflektierte und partizipative Begleitung von Veränderungsprozessen.

Artikel in dieser Ausgabe

Suchttherapie heute – Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen

Die Suchttherapie befindet sich im steten Wandel. Bewährte Ansätze werden aktuell um die Recovery-Perspektive sowie zieloffene Ansätze erweitert. Doch wie lässt sich diese Ergänzung der Angebote im klinischen Alltag verlässlich realisieren? Integrierte Konzepte verknüpfen Medizin, Psychotherapie sowie Soziale Arbeit und nutzen Konsumereignisse als produktiven Ausgangspunkt für Lernprozesse. Der Beitrag zeigt zudem, wie eine stigmasensible Praxis überkommene Dogmen abbauen kann.

Ziel- und bedürfnisorientierte Suchtbehandlung in einer Tagesklinik

Neben abstinenzorientierten Ansätzen etablieren sich zieloffene Angebote in der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen. Eines dieser Angebote ist die im letzten Jahr eröffnete Halbtagesklinik der Klinik im Hasel. Durch die Ziel- und Bedürfnisorientierung wird auch Menschen mit privaten Verpflichtungen, reduzierter Belastbarkeit oder offenen Konsumzielen eine Behandlung ermöglicht. Das Programm wird von den Patient:innen auch wegen des Gruppenfokus und des Einbezugs von Peer-Wissen geschätzt.

Künstliche Intelligenz in der Suchthilfe – Chancen, Grenzen und erste Angebote

Ratsuchende nutzen Künstliche Intelligenz (KI) bereits selbstverständlich, und auch Einrichtungen der Suchthilfe beginnen KI in Beratung, Dokumentation und Organisation einzusetzen. Entscheidend ist daher nicht mehr, ob KI genutzt wird, sondern wie ihre Einführung verantwortungsvoll gestaltet werden kann. Für die Suchthilfe braucht es eine strategische, partizipative Entwicklung von KI-Anwendungen mit klaren Rahmenbedingungen, öffentlicher Finanzierung und sicheren Anwendungen für Fachkräfte und Ratsuchende.

Psychedelika-assistierte Therapien: zwischen neuer Evidenz und hohen Erwartungen

Was ist dran an den Hoffnungen rund um Psychedelika-assistierte Therapien? Im Gespräch ordnet Matthias Liechti ein, welche Substanzen derzeit im Fokus stehen, wie belastbar die klinische Evidenz ist und wo Forschung, Regulierung und Praxis an Grenzen stossen. Deutlich wird: In den nächsten Jahren könnten solche Behandlungen zu einem neuen Element der Versorgung werden – wenn Evidenz, Erwartungen und fachliche Verantwortung sorgfältig austariert bleiben.

Crack- und Kokainkonsum: neue Herausforderungen, neue Ansätze?

Der Konsum von Crack und Kokain hat in den vergangenen Jahren in der Schweiz zugenommen und stellt das suchtmedizinische Versorgungssystem vor Herausforderungen. Auf der einen Seite sind die etablierten Behandlungen nur ungenügend wirksam, während die Evidenz für innovative Behandlungsmethoden unzureichend ist. Neue Vorstösse finden aktuell in Genf statt, wo ein Pilotprojekt zur medizinischen Verordnung von Kokain entwickelt wird. In Basel und Genf wurde zudem die aufsuchende medizinische Versorgung für Crack-Konsumierende etabliert. In der Zukunft wird sich zeigen, inwieweit diese neuen Massnahmen der Verelendung der betroffenen Menschen entgegenwirken können.

Zur Leseprobe

Hypersexualität oder die Suche nach dem ewigen Kick: Erleben und Therapie von sexsüchtigen Männern

Hypersexualität zeichnet sich durch massiven Pornografie- und Videochatkonsum, Besuche bei Sexarbeiter:innen sowie häufig wechselnde Sexualpartner:innen aus. Betroffene leiden oft unter ihrem Verhalten, da es u. a. zu Scham- und Schuldgefühlen, Beziehungsproblemen und hohem Zeitaufwand führt. Sie können ihren ausser Kontrolle geratenen Konsum nicht beenden, bagatellisieren ihn und belügen sich und ihr Umfeld. Der Artikel beleuchtet, worin der Leidensdruck sexsüchtiger Männer besteht und welche Faktoren eine ambulante oder stationäre Therapie wirksam machen.

Tabak und Nikotin: die stille Normalisierung des «Vapens»

In den letzten Jahren ist der Konsum von Tabak- und Nikotinprodukten in der Schweiz insgesamt auf ähnlichem Niveau geblieben. Hinter dieser scheinbaren Kontinuität zeichnet sich ein tiefgreifender Bruch zwischen den Generationen ab: Während bei Erwachsenen weiterhin die herkömmliche Zigarette dominiert, steigt eine neue Generation von Jugendlichen über die E-Zigarette in den Nikotinkonsum ein. Aromen, Einweg-E-Zigaretten, Mehrfachkonsum verschiedener Produkte sowie die zunehmende passive Exposition (Rauch oder Dampf) stellen neue Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit dar, in einem gesetzlichen Umfeld, das sich derzeit stark verändert.

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