Nr. 3&4/2021: Suchtpolitik der Zukunft

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Robin Stamm

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3&4/2021

Suchtpolitik der Zukunft

Auf dem Weg zu einer modernen Suchtpolitik

Marcel Krebs, Silvia Gallego, Toni Berthel

Die heutige Suchtpolitik begnügt sich weitgehend mit der Problematisierung des Konsums und bleibt auf diese Weise blind für dessen positiven Aspekte. Der vorliegende Artikel kritisiert diese Perspektive und plädiert für einen Fokuswechsel in Richtung Schadensminderung und Konsumkompetenz. Dieser Wechsel könnte den Weg für eine moderne Politik der psychoaktiven Substanzen ebnen, die nebst der Suchtproblematik auch die Frage stellt, welche Bedeutung der Konsum von psychoaktiven Substanzen für die Lebensqualität der Menschen haben kann.

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Moderne Drogenpolitik aus der Perspektive von Public Health

Henning Schmidt-Semisch, Katja Thane

Die problematischen Auswirkungen der prohibitionistischen Drogenpolitik sind vielfach belegt. Die akzeptierende Drogenarbeit kann viele dieser Auswirkungen mit Massnahmen der «Harm Reduction» zwar abmildern, agiert aber zwangsläufig im Schatten der Prohibition. Dieser Beitrag versucht, die Idee einer Drogenpolitik zu entwickeln, die nicht (nur) «Harm» reduzieren, sondern vor allem Gesundheit fördern will. Eine solch moderne Drogenpolitik im Sinne von Public Health, wäre eine salutogenetische Drogenpolitik.

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Vom bizarren Nutzen der Prohibition

Robert Feustel

Üblicherweise heisst es, die Prohibition müsse Individuum und Gesellschaft vor Drogen schützen. Mittlerweile ist die Einsicht gereift, dass das nicht so ganz stimmt. Der Text unternimmt den Versuch, hinter die Fassade restriktiver Drogenpolitik zu schauen und danach zu fragen, was jenseits der üblichen Appelle dazu beitragen könnte, eine letztlich für sehr viele nur nachteilige Verbotspolitik weiterhin zu betreiben.

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Neue Wege in der schweizerischen Suchtpolitik?

Simona De Berardinis

Die neu konstituierte Eidgenössische Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten EKSN berät die Landesregierung und die Bundesverwaltung. Die EKSN ist im Corona-Jahr senkrecht gestartet und hat bereits Stellungnahmen und Berichte verfasst. Sie ist besonders in der Transformation von den substanzspezifischen Vorgängerkommissionen zu einer substanzungebundenen, suchtformübergreifenden Kommission gefordert. Entsprechend gross sind die Herausforderungen, entsprechend umfassend und systemisch die Empfehlungen für eine künftige Suchtpolitik.

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Die «Care-Seite» der Repression: Konjunkturen eines akzeptanzorientierten Policing von Drogenkonsum in öffentlichen Räumen

Esteban Piñeiro, Nathalie Pasche, Nora Locher

Kaum ein anderes Thema hielt die Schweiz in den 1990er-Jahren so in Atem wie die Drogenproblematik. Dazu trugen die offenen Drogenszenen entscheidend bei. Sie lieferten den Stoff jener massenmedial aufgekochten Dystopie, die die breite Öffentlichkeit in Aufruhr versetzen sollte. Sichtbar wurde aber nicht nur das Drogenelend der Menschen. Vorgeführt wurden auch eine beängstigende öffentliche Unordnung und der zwangsläufig tolerierte Rechtsverstoss. Um den Drogenkonsum im öffentlichen Raum nachhaltig regulieren zu können, bildeten sich eine fürsorgliche Variante der Repression und eine ordnungsschaffende Suchthilfe aus.

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Die USA auf dem Weg zur Entkriminalisierung & Schadensminderung

Larissa J. Maier

In den USA sind im Jahr 2020 rund 93'000 Menschen infolge einer Drogenüberdosis gestorben. Die Regierung unter Biden und Harris will nun erstmalig den Zugang zu evidenzbasierten Angeboten der Suchtbehandlung und der Schadensminderung verbessern. Die Schliessung von etablierten Spritzenabgabeprogrammen und die Tatsache, dass bis heute noch kein legaler Drogenkonsumraum in den USA existiert, lassen Zweifel an der zeitnahen Umsetzung dieser Ziele aufkommen. Parallel dazu lässt sich ein Trend zur Legalisierung von Cannabis und zur Entkriminalisierung von psychedelischen Substanzen beobachten.

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Suchtpolitische Herausforderungen in verschiedenen Ländern

Walter Rohrbach, Dagfinn Hessen Paust, Rebecca Jesseman, Rosario Queirolo, Chris Wilkins

Neuseeland, Kanada, Uruguay und Norwegen. Vier Länder auf vier verschiedenen Kontinenten. Welchen spezifischen Herausforderungen stehen die jeweiligen Länder gegenüber, was sind die Grundzüge ihrer gegenwärtigen Suchtpolitik und welche Lehren lassen sich daraus ziehen? Die Auswahl der vier Länder ist nicht zufällig: Alle vier gehen besondere Wege und stehen exemplarisch für eine «moderne» oder zumindest für eine veränderte Ausgestaltung der Suchtpolitik mit Modellcharakter.

  • Neuseeland
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  • Norwegen
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Ausgehen und öffentliche Sicherheit

Bernd Werse

Dieser Artikel präsentiert Handlungsempfehlungen im Umgang mit urbanen Ausgeh-Umfeldern für die Soziale Arbeit und die (Sucht-)Prävention. Die ausgewählten Empfehlungen stammen aus dem deutsch-französischen Forschungsverbund «DRUSEC» (Drugs and Urban Security) und konzentrieren sich in erster Linie auf Massnahmen, die auf einen sicheren Konsum (Safer Use) und Schadensminderung (Harm Reduction) ausgerichtet sind. Der Alkoholkonsum stellt das weitaus grösste Risiko für die öffentliche Sicherheit dar und ist deshalb bei Präventionsmassnahmen besonders zu berücksichtigen.

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«Alkoholausschank» in der Familie: Von Skandinavien lernen?

Reiner Hanewinkel, Matthis Morgenstern

STAD ist ein Präventionsprogramm, welches Ende der 1990er-Jahre in Stockholm mit dem Ziel, ein sicheres und gesünderes Bar- und Gaststättenumfeld zu schaffen, entwickelt wurde. Durch ein verantwortungsvolleres Ausschankverhalten sollen alkoholbedingte Probleme verringert werden, darunter Gewalt und Verletzungen im Nachtleben. Im Rahmen eines dreijährigen EU-Projektes (STAD in Europe, SiE) sollte überprüft werden, inwieweit das STAD-Modell in andere Trinkkulturen und andere Settings übertragen werden kann. Die deutsche Arbeitsgruppe war dabei dem Setting Alkohol-«Ausschank» im privaten Umfeld zugeteilt.

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     Fazit. ForschungsSpiegel von Sucht Schweiz

Lockdown: Wie hat die aussergewöhnliche Lage das Rauchen beeinflusst?

Selina Studer

Isolation, Quarantäne, geschlossene Geschäfte und versteckte Gesichter. Im März 2020 verordnete der Bundesrat einen nationalen Lockdown, um den Covid-19-Virus einzudämmen. Die Pandemie und die gesetzlichen Bestimmungen begünstigten u. a. ein erhöhtes Stressempfinden und eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit. Dies kann Auswirkungen auf das Rauchverhalten haben. In einer im Januar 2021 veröffentlichten Studie untersuchten die Stiftung Sucht Schweiz und Unisanté die Auswirkungen des Lockdowns 2020 bei Rauchenden und liefern Erklärungen sowie Handlungsmöglichkeiten für die Suchtprävention.

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