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1|2014

Komorbidität

Sucht und komorbide Störungen

Monika Ridinger-Johann, Marc Walter

In den letzten Jahren hat das gleichzeitige Auftreten von Abhängigkeitserkrankungen und psychischen Störungen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Zur Erklärung der Entstehung existieren zahlreiche Hypothesen, z. B. dass die Sucht das Auftreten der psychischen Erkrankung begünstigt oder umgekehrt, resp. dass die verschiedenen gleichzeitig auftretenden psychischen Störungen gemeinsame Ursprünge haben. Einmal vorliegend stellen Sucht- und komorbide psychische Störungen die professionellen Helfersysteme vor grosse Herausforderungen. Wenngleich die wissenschaftliche Literatur zu Prävention, Diagnostik und Therapie noch spärlich ist, scheint bei der Behandlung eine integrative Berücksichtigung aller Störungsbilder die besten Ergebnisse zu liefern.

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Doppeldiagnosen: 20 Jahre Suchtdiskurs

Robert Hämmig

Sucht und insbesondere Drogenabhängigkeit wurden als primär soziale Probleme angesehen. Erst mit der Zeit entwickelte sich die Erkenntnis, dass die Störung eng mit diversen weiteren psychischen Problemen verbunden ist und dass ein integriertes psychiatrisches Vorgehen vonnöten ist. Dadurch entstand eine Verschiebung von Fürsorge Richtung Gesundheit. Letztlich bleiben aber diverse Probleme der Diagnostik ungelöst.

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Suchtmittelkonsum bei Depression und Angsterkrankungen

Michael Soyka

Die Komorbidität psychischer Störungen und von Suchterkrankungen ist hoch, wobei die differenzialdiagnostische Abgrenzung suchtinduzierter von primären psychiatrischen Erkrankungen oft schwierig ist. In dieser kurzen Übersicht soll schwerpunktmässig auf die Komorbidität von affektiven und Angsterkrankungen mit Suchterkrankungen eingegangen werden.

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Behandlung von Suchtpatienten mit komorbiden psychischen Störungen

Franz Moggi

Auf der Grundlage von Metaanalysen und Überblicksarbeiten werden Schlussfolgerungen über wirksame psychosoziale Behandlungen von PatientInnen mit einer Komorbidität psychischer Störungen und Sucht (Doppeldiagnosen) gezogen. Das Berner Behandlungsmodell, dessen Evaluation Verbesserungen im Substanzkonsum, in den psychischen Symptomen und im Funktionsniveau (Wohnsituation und Rehospitalisationsrate) ergab, wird kurz vorgestellt. Die Heterogenität von PatientInnen, Behandlungen, Settings und Ergebnissen erschweren allgemeingültige Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit psychosozialer Behandlungen. Im Allgemeinen sind integrative Behandlungsprogramme, die störungsspezifische kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen kombinieren sowie motivierende Gesprächsführung und Familieninterventionen enthalten, unbehandelten Kontrollgruppen meistens und anderen aktiven Behandlungen (z. B. Psychoedukation) manchmal überlegen.

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Cannabiskonsum und psychiatrische Komorbidität

Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank, Marc Walter

Der Cannabiskonsum ist unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen weit verbreitet. Bei der Cannabisabhängigkeit ist häufig mit psychiatrischen Komorbiditäten zu rechnen. Zusätzlich werden häufig ADHS, Angst- und affektive Störungen sowie Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert. Als Erklärungsmodelle für die spezifische Komorbidität wird die Selbstmedikation bei vorbestehender psychischer Störung, gemeinsame prädisponierende genetische Faktoren, insbesondere für Impulsivität und Impulskontrolle, sowie Cannabiskonsum als Risikofaktor für die Auslösung einer psychotischen Störung angenommen. In der Behandlung ist es sinnvoll, die Therapie der Cannabisabhängigkeit und die der weiteren psychischen Störung zu integrieren, am besten in einem Setting und durch ein therapeutisches Team, um den klinischen Verlauf und die Prognose verbessern zu können.

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Intersystemische Intervention bei komorbider Sucht: das SOMOSA-Konzept

Mogens Nielsen, Oliver Bilke-Hentsch

Adoleszente mit Störungen der Sozialisation, delinquenten Verhaltensweisen und langdauernden jugendpsychiatrischen Erkrankungen zeigen verstärkt frühen und intensiven Drogenkonsum. Jede stationäre Intervention muss diese Ebene mit berücksichtigen, um den langfristigen Behandlungserfolg und die soziale Integration zu sichern.

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Behandlung komorbider Störungen in der heroingestützten Behandlung

Otto Schmid, Johannes Strasser, Stephanie Fehr

In der Behandlung heroinabhängiger PatientInnen müssen neben mehrfachen Komorbiditäten auch die zusätzlich vorliegenden, oftmals schwerwiegenden Einschränkungen in verschiedenen Lebensbereichen berücksichtigt werden. Ergebnisse aus einer PatientInnenbeurteilung mit dem RAP (Rapid-Addiction-Profile-Fragebogen) vermögen die Vielschichtigkeit und Komplexität der vorliegenden Störungsbilder im Sinne einer «Poly-Komorbidität» aufzuzeigen. Die daraus ersichtlichen profilhaft darstellbaren Probleme, aber auch Ressourcen in verschiedenen Dimensionen implizieren ein individuell auf die Bedürfnisse der PatientInnen zugeschnittenes Behandlungssetting. Dieses muss dem erfassten Profil entsprechend auf verschiedenen Ebenen greifen, wofür fundierte Kenntnisse und eine enge Zusammenarbeit im interdisziplinären Team als die am besten geeignete Form erachtet werden.

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Komorbidität im stationären Setting einer Suchtklinik

Esther Pauchard, Simone Tschopp

Die Suchtfachklinik Selhofen in Burgdorf BE hat für Menschen mit Komorbidität ein stationäres Spezialprogramm mit integrativem Behandlungsansatz entwickelt. Anfang 2010 startete das Programm «D+» als dreijähriges Pilotprojekt im Auftrag des Kantons Bern. Die detaillierte Evaluation des Projekts zeigt gute Ergebnisse. Das Programm D+ ist heute mit sechs stationären Betten fester und gefragter Bestandteil des Behandlungsangebots der Klinik Selhofen.

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Case Management bei Personen mit komplexen Problemlagen

Marian Riebe

Das Case Management der Abteilung Sucht (Gesundheitsdepartement, Basel-Stadt) ist eine kooperative Fallführung. Es bietet sich insbesondere für langjährig chronifizierte Personen mit einer Abhängigkeitserkrankung an. Case Management hat klar definierte Strukturen, die sowohl der Klientel als auch involvierten KooperationspartnerInnen Klarheit in der komplexen Fallführung und kooperativen Fallsteuerung geben. So werden Doppelspurigkeiten vermieden und realitätsgerechte Hilfeleistungen angeboten.

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Komorbidität in der Angehörigenarbeit

Andreas Spohn

In der Angehörigenarbeit im Umfeld Sucht geht es um diverse Angehörigkeiten zu abwesenden «Hauptdarstellern». Es fehlt nicht nur die konsumierende Person, auch scheint Sucht eine Krankheit zu sein, der die sonst zentrale Herleitbarkeit und Achtbarkeit fehlen. Vor allem aber ist oft eine andere psychiatrische Krankheit Kern der von Angehörigen vorgetragenen Probleme. An diesem Punkt kann die Beratung sehr konkret Vorannahmen validieren, eine professionelle Abklärung anregen und Ideen zur Überwindung der Abwehrhaltung an die Hand geben.

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     Fazit. ForschungsSpiegel von Sucht Schweiz

Kurzintervention zur Rauchentwöhnung: Das Ziel nicht aus den Augen verlieren

Marc Marthaler

Mehr als die Hälfte der täglich Rauchenden wollen mit dem Rauchen aufhören, bei den Gelegenheitsrauchenden ist es fast ein Viertel. Dies zeigt die im Januar 2011 eingeführte fortlaufende telefonische Befragung der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung ab 15 Jahren, die im Rahmen des Suchtmonitorings durchgeführt wurde. Fachleute aus dem Bereich Rauchentwöhnung und insbesondere RaucherInnen selber dürften nur zu gut wissen, dass der Wunsch allein, mit dem Rauchen aufzuhören oder wenigstens den Konsum zu reduzieren, oft nicht reicht, um ans Ziel zu gelangen. Dies setzt mehr voraus als einen einmaligen Entscheid, denn der Versuchung zu widerstehen erfordert eine kontinuierliche Selbstkontrolle und Selbstreflexion. Genau da setzt der von Chiou und Kollegen untersuchte Ansatz an: Durch eine Kurzintervention soll die Denkweise dahingehend beeinflusst werden, dass die Selbstkontrolle gefördert wird, damit weniger Zigaretten konsumiert werden. Die Intervention wurde mit aktuellen Raucherinnen und Rauchern durchgeführt und deren Einfluss auf das Rauchverhalten untersucht.

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Wirksame Alkohol- und Tabakprävention noch vor dem Jugendalter

Simon Frey

Wenn jemand vor dem 12. Lebensjahr das Rauchen ausprobiert, ist die Gefahr gross, dass er oder sie später über viele Jahre rauchen wird. Ebenso verhält es sich beim Konsum von Alkohol: Je früher Jugendliche regelmässig trinken und Rauscherlebnisse haben, desto grösser ist das Risiko, später ein Alkoholproblem zu entwickeln. Präventionsprogramme sollten deshalb früh ansetzen, um einen Konsumeinstieg hinauszuschieben bzw. zu verhindern. In der Schweiz richten sich jedoch entsprechende Programme in der Regel erst an Jugendliche. Anders das ursprünglich in den USA entwickelte Programm «Smoke-free Kids» und dessen Adaptation «In control: No alcohol», deren Zielgruppe 9- bis 12-jährige Kinder und deren Mütter umfasst. Ziel ist, die Erziehungskompetenzen der Mütter hinsichtlich Alkohol und Tabak u. a. durch Regelsetzung und Verbesserung der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern zu stärken.

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