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Sophie Stieger

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3|2013

Stimulanzien

Stimulanzien: vielschichtige Konsumphänomene erfordern diversifizierte Angebote

Michael Schaub, Alwin Bachmann

Stimulanzien werden in verschiedensten Alltags- und Lebensbereichen konsumiert. Sie können als Medikamente, als Doping-Mittel, Neuro-Enhancer oder Partydrogen dienen. Aktuelle Studien verdeutlichen die Heterogenität des Stimulanzienkonsums in Bezug auf Konsumierendengruppen, Risiken und Funktionen. Ein Blick auf die Versorgungslandschaft in der Schweiz zeigt, dass zunehmend diversifizierte Angebote der Prävention, Schadensminderung und Behandlung für diese äusserst vielschichtige und vermutlich komplexeste Konsumierendengruppe bestehen.

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Neuro-Enhancement: Aspekte der gesellschaftlichen Kontroverse

Jörg Oberthür

Die Leistungssteigerung mit Neurostimulanzien wird womöglich bald zum Alltagsphänomen. Beschleunigung und Wettbewerb führen Menschen immer öfter an die Grenzen der Belastbarkeit – kognitives Doping ist deshalb auch Ausdruck von gesellschaftlichen Spannungen und Widersprüchen. Einige Überlegungen zu der (falschen) Frage, ob sich die Subjekte oder die Verhältnisse verändern müssen.

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Stimulanzienkonsum im Nachtleben

Larissa J. Maier, Alexander Bücheli, Alwin Bachmann

Neben Alkohol, Tabak und Cannabis gehören Stimulanzien zu den meist konsumierten psychoaktiven Substanzen im Nachtleben. Die Auswertung von Daten zu Freizeitdrogenkonsumierenden, die im Rahmen von Schweizer Nightlife-Präventionsangeboten sowie Drug Checking erhoben worden sind, zeigen, dass der Konsum von Kokain, Amphetamin und Ecstasy sowie der Mischkonsum mit Alkohol für einen beträchtlichen Teil der Befragten zu einer typischen Partynacht dazugehören. Substanzspezifische Risiken, Zusammensetzungen illegaler Stimulanzien und riskante Konsummuster stellen bedeutsame Faktoren für die Gesundheit der Konsumierenden dar.

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Neuro-Enhancement auch an Schweizer Universitäten?

Larissa J. Maier, Matthias E. Liechti, Michael Schaub

In verschiedenen internationalen und europäischen Studien konnte gezeigt werden, dass ein nennenswerter Anteil der Studierenden schon einmal verschreibungspflichtige Medikamente oder andere psychoaktive Substanzen eingenommen hat, um damit eine direkte oder indirekte Verbesserung der Gehirnleistung zu erzeugen. Eine erste Studie an drei Schweizer Universitäten kommt zum Schluss, dass dieses Phänomen auch unter Schweizer Studierenden zu beobachten ist.

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Einstellungen und Umgang von ÄrztInnen mit Neuro-Enhancement

Regula Ott

Würden Sie als Arzt, als Ärztin einer gesunden Person, die nach Ritalin als Leistungshilfe vor einer wichtigen Prüfung fragt, dieses Produkt verschreiben? Dieser und ähnlichen Fragen geht eine Studie aus Zürich nach. Die befragten ÄrztInnen stehen solchen Produkten zurückhaltend bis ablehnend gegenüber, doch wird auch eine gewisse Ambivalenz in den Antworten sichtbar. Weiter konnte gezeigt werden, dass in den Praxen dieser ÄrztInnen nach solchen Produkten gefragt wird, wenn auch eher selten. Entsprechende Studien aus dem Ausland zeigen ein ähnliches Bild.

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Kokain und das Ego: Soziale Kognition bei Kokainkonsumenten

Boris B. Quednow

Abhängige wie nicht-abhängige Kokainkonsumenten sind weniger empathisch, sie verhalten sich in Interaktionen mit anderen weniger sozial und haben ein kleineres soziales Netzwerk als vergleichbare Personen ohne Drogenkonsum. Insbesondere die Empathiedefizite könnten hierbei substanzinduziert sein, wie Längsschnittdaten aus einer Untersuchung der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich nahelegen. Soziale Kompetenz und Empathie-Trainings könnten daher ein hilfreicher Ansatz sein, die Psychotherapie der Kokainabhängigkeit zu unterstützen.

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Snow Control: Online-Selbsthilfe zur Reduktion von Kokainkonsum

Lars Stark, Michael Schaub, Robin Sullivan

Als erstes internetbasiertes Selbsthilfeprogramm für problematischen Kokaingebrauch wurde Snow Control mit kognitiv-behavioralen Therapieinterventionen entwickelt und auf seine Wirksamkeit getestet. Die erreichten Teilnehmenden, tendenziell älter und mit höherem Bildungsstand, konsumierten Kokain regelmässig aber nicht täglich. Trotz hoher Drop-out Raten konnte eine signifi kante Reduktion des Konsums festgestellt werden. Die Mehrzahl erreichte schon nach 3-5 Wochen ihr persönliches Konsumziel. Die Reduktion eines Kokainkonsums ist mit einer Online-Selbsthilfe durchaus erreichbar.

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Die Nase voll davon? – Fünf Jahre Kokainsprechstunde

Oliver Bolliger

Ein kurzer Rückblick auf das ambulante Beratungsangebot «Kokainsprechstunde» des Beratungszentrums der Suchthilfe Region Basel. Durch die konsequente Fokussierung auf Lösungen und Risikofaktoren gelingt eine Reduktion des Kokainkonsums von sozial integrierten Konsumierenden innerhalb von drei Monaten. Dies führt zu einer verbesserten Lebensqualität und zu einer stabileren sozialen Situation. Wiederholende Öffentlichkeitskampagnen führen zu einer Etablierung des Angebots und zu einer Zunahme von Personen, die das Beratungszentrum diesbezüglich aufsuchen.

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ADHS und Methylphenidattherapie bei Substanzstörungen

Kenneth M. Dürsteler-MacFarland, Johannes Strasser

Das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) tritt bei Substanzstörungen gehäuft auf. Methylphenidat (MPH) gilt als wichtiger Teil der ADHS-Therapie, obwohl es missbräuchlich verwendet werden kann. Bei PatientInnen mit beiden Störungen stellt sich deshalb die Frage, ob es sinnvoll ist, sie mit MPH zu behandeln. Aus unserer Sicht sollte ihnen dieser Wirkstoff nicht vorenthalten werden, es bedarf aber einer sorgfältigen und umfassenden diagnostischen Abklärung sowie einer verantwortungsvollen Verschreibungspraxis mit regelmässigen Gesprächen.

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